Chronik von 1974 bis 1999

Vom 6. bis 10. Juni 1974 feierte die Freiwillige Feuerwehr Bodenheim ihr 100-jähriges Bestehen. Vermutlich war es vom äußeren Rahmen her eines der letzten ganz groß gefeierten Feste dieser Art.

Auf dem Festplatz im "Gemeindegarten" wurde ein 3000 Personen fassendes Festzelt errichtet. Vom angrenzenden Feuerwehrgerätehaus aus konnte die gesamte Bewirtschaftung durchgeführt werden.

Die Festtage wurden mit einem Gottesdienst mit Totenehrung am seinerzeitigen Pfingstmontag eingeleitet.

Während eines Heimatabends, der ausschließlich von den Bodenheimer Ortsvereinen gestaltet wurde, wurden am darauffolgenden Donnerstag insgesamt 42 Mitglieder der Wehr für 25- bis 50-jährige aktive bzw. inaktive Mitgliedschaft geehrt.

Schirmherr Hanns Persch (Kuemmmerling!) stiftete der Wehr einen Mannschaftswagen und einen beachtlichen Geldbetrag. Freitags fand im Festzelt ein großer Festball statt.

Am Samstag zeigte die festgebende Wehr mit Beteiligung der Nachbarwehr und des DRK aus Nackenheim sowie Mitgliedern der Feuerwehr aus der französischen Partnergemeinde Seurre eine Löschübung. Objekt war die Volksschule Bodenheim. Abends startete ein "Großer bunter Abend" im Festzelt.

Der Sonntag begann mit einem Weckruf, einem Marsch der Jubelwehr mit Musikbegleitung durch die Bodenheimer Straßen. Es folgte ein "Musikalischer Frühschoppen" im Festzelt.

Höhepunkt des Festes war zweifelsohne der sonntägliche Festzug "unter Mitwirkung sämtlicher Ortsvereine und aller Gastwehren". Vielen unvergeßlich sind insgesamt 11 "Festzugwagen", die alle von den Ortsvereinen gestaltet wurden und die jeweils zu Motiven aus der Vergangenheit der Feuerwehr bzw. zum Weinbau in Bodenheim Bezug hatten.

Ein weiterer Festball mit der Big-Band Harry Hach am Sonntagabend sowie ein Kinderfest und eine Disco am Montag beschlossen ein wunderbares Fest.

An der der Vorbereitung des Festes und an den Arbeiten während der Festtage hatten sich alle aktiven Mitglieder der Wehr, sehr viele inaktive Kameraden und viele Freunde der Wehr beteiligt. Ihre Arbeit hatte sich nach allgemeiner Auffassung sehr gelohnt!

 

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Das Jahr 1974 klang ruhig aus; außer einem Pkw-Brand auf der Landesstraße 413 verzeichnete Kamerad Rudolf Lechleitner, der 35 Jahre lang - von 1953 bis 1988 - die Chronik führte, keine besonderen Vorkommnisse.

Seit der Reform der Kommunalverwaltung ist ab dem 1. Januar 1975 nicht mehr die Gemeinde (gesetzlicher Begriff: Ortsgemeinde) sondern die Verbandsgemeinde Träger der Feuerwehr.

Auf Vorschlag der damaligen Wehrführer Adolf Pieta, Bodenheim, Heinz Zimmermann, Nackenheim, Manfred Müller, Gau-Bischofsheim, Heinrich Abt, Harxheim und Georg Bender, Lörzweiler, wurde Herrn Bürgermeister Krämer und dem Verbandsgemeinderat Bodenheim der damalige Löschmeister Manfred Siebenhaar als Wehrleiter vorgeschlagen. Siebenhaar ist seit dem 1. Januar 1975 Wehrleiter der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Bodenheim.

Es ist ausdrücklich positiv zu vermerken, daß alle Freiwilligen Feuerwehren innerhalb der Verbandsgemeinde Bodenheim hinsichtlich ihrer ortsvereinsähnlichen Tätigkeiten und Funktionen im Bereich ihrer (Orts-)Gemeinden jederzeit freie Hand haben und daß diesbezüglich Bürgermeister und Wehrleiter den Wehren auch jederzeit freie Hand lassen. Dies zeigt sich auch in der Tatsache, daß in allen fünf Gemeinden Fördervereine der Feuerwehren bestehen, die jeweils mit großem Erfolg den Bereich "Ortsverein" Feuerwehr gestalten.

Nachfolgend wird sich die Chronik wieder ausschließlich mit der Vergangenheit der Freiwilligen Feuerwehr Bodenheim befassen.

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Am 14. März 1975 wurde die Wehr zu einem Unfall auf der L 413 alarmiert, mußte die Unfallstelle ausleuchten und absperren; bei diesem Unfall kamen zwei junge Bodenheimer Männer ums Leben.

Ende April 1975 besuchte eine Delegation der Wehr die Kameraden der Feuerwehr der französischen Partnergemeinde Seurre, die dort ein neues Feuerwehrgerätehaus einweihen konnten.

Am 28. 1. 1976 wurde die Wehr nach Nackenheim zur Unterstützung der dortigen Kameraden gerufen. Das gesamte Dachgeschoß der alten Schule brannte.

Die erste offizielle Übung aller Wehren der Verbandsgemeinde fand am 15. September 1976 in Bodenheim statt.

Außer einen Schornsteinbrand, einem Brand auf der Müllkippe und eines Baustellenwagens waren 1976 in Bodenheim keine nennenswerten Einsätze zu verzeichnen.

1977 wurde die Feuerwehr zu 6 Einsätzen alarmiert, darunter die Bergung eines durch einen Stromschlag getöteten Mitarbeiters des Elekrizitätswerks, 3 Kleinbränden in Gebäuden und 2 Autobränden.

Adolf Pieta legte im Rahmen der Generalversammlung am 19. 2. 1978 das Amt des Wehrführers nieder. Die Mitglieder der Versammlung schlugen Bürgermeister Krämer seinen seitherigen Stellvertreter Albert Weber als Nachfolger vor. Der seitherige Gruppenführer Anton Paul Leber wurde neuer stellvertretender Wehrführer. (Die Generalversammlung war von 44 von insgesamt 50 aktiven Mitgliedern besucht!)

Am 4. August 1978 wurde Ehrenwehrführer Adolf Pieta zu Grabe getragen. Abordnungen der Wehren unserer Verbandsgemeinde und sieben weiterer Wehren gaben ihm zusammen mit zahlreichen Bodenheimer Bürgern das letzte Geleit.

1978 mußte die Wehr zu insgesamt 13 Einsätzen ausrücken, durchweg Klein- bzw. Schornsteinbränden, und 3 Hilfeleistungen.

Am 9. August 1979 wurde das weit über die Grenzen Bodenheims hinaus bekannte Ehrenmitglied der Wehr Paul Duttenhöfer zu Grabe getragen.

Im Jahr 1979 waren 15 Einsätze zu verzeichnen, darunter der Großbrand der Scheune mit Stallungen auf dem Aussiedlerhof Georg Göbel: Selbstentzündetes Heu hatte zu der Katastrophe geführt, der 15 Großtiere und zahlreiche Kleintiere zum Opfer fielen. Die Scheune stand beim Eintreffen der Wehr bereits in voller Ausdehnung in Flammen. Durch mutiges Eingreifen konnten Nachbarn bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr, die wie so oft, durch geschlossene Bahnschranken aufgehalten wurde, viele Kleintiere retten.

Im Jahr 1980 mußten nicht nur 12 kleinere Einsätze bewältigen werden, es waren auch gleich zwei ganz besondere Höhepunkte zu verzeichnen:

Nach insgesamt 21 Monaten Bauzeit konnte die Wehr am 31. Mai 1980 den Um- und Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses übernehmen. Die Wehr hatte durch einen herausragenden Anteil von Selbsthilfe entscheidend zum Gelingen des Vorhabens beigetragen: Dem reinen Gebäudewert von ca. 620.000 DM standen tatsächliche Ausgaben der Verbandsgemeinde von 350.000 DM gegenüber, was einem Anteil der Selbsthilfe von ca. 56 % entsprach. Da die Planung (M. Siebenhaar), die Statik (Prof. R. Acker) und die Bauleitung P. Kögler) ebenfalls kostenlos geleistet wurden, konnten hierdurch weitere ca. 50.000 DM gespart werden.

Am 8. 11. 1980: Zusätzliche Stellplätze waren jetzt vorhanden, die Tore im Neubau hoch und breit genug: das neue Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 konnte übernommen werden.

Anläßlich des Besuchs des Papstes Johannes Paul II. in Mainz leisteten zahlreiche Mitglieder der Wehr Ordnungsdienst.

Das Feuerwehrjahr 1981 begann am 2. Januar mit der Teilnahme der Wehr an der Beerdigung des langjährigen aktiven Mitglieds und Ehrenmitglieds Altbürgermeister Hermann Weber.

Im Jahr 1981 mußten insgesamt 20 Einsätze verschiedenster Art verzeichnet werden. Der größte Löscheinsatz war am 26.12.1981 im Anwesen May, Obergasse 21, notwendig, wo das Obergeschoß eines Fachwerkhauses ausbrannte.

1982 war das Jahr gerade 18 Minuten alt, als die Wehr zu einem Brand eines Schuppens am Haus Schardt, Kirchbergstraße 21, alarmiert wurde.

Wenige Tage später stellte die Wehr einige Tage lang Mitglieder der Dammwache - der Rhein führte Hochwasser.

In Juni besuchte eine Delegation des japanischen Feuerwehrverbands Deutschland und aufgrund des Bodenheimer Vorstandsmitglieds im Landesfeuerwehrverband, Rudolf Filzinger, auch die Feuerwehr Bodenheim.

Seit 1982 lädt die Feuerwehr Bodenheim alle inaktiven Kameraden und deren Frauen zu einer vorweihnachtlichen Feier ein. Insgesamt 21 Einsätze wurden 1982 verzeichnet.

1983, 62 Jahre nach dem großen Schulhausbrand brannte es wieder in der Schule - im Lehrerzimmer. Die Wehr hatte das Feuer schnell im Griff, es genügte der Einsatz eines Feuerlöschers.

Am 19. März tagte der Vorstand des Landesfeuerwehrverbands Rheinland-Pfalz auf Einladung des Mitglieds im Landesvorstand, Wehrleiter Siebenhaar, in Bodenheim.

1983 waren 20 Einsätze notwendig: 2 Pkw-Brände, Beseitigung von Ölspuren, Flächenbrände, Entfernung von Wespennestern an gefährlichen Plätzen - im Bereich der gesamten Verbandsgemeinde.

1984 wurde das Zugfahrzeug für die Anhängeleiter AL 18, ein Unimog, angeschafft. Im Rahmen eines "Tags der Feuerwehr" wurde am 15. Juli das 110-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Bodenheim gefeiert. Ein größerer Brand vernichtete am 19. September 1984 das Obergeschoß des Hauses Egon Haub, Gaustraße 72. Ein Sturm beschädigte das Dach der Lager- und Produktionshalle der Firma Kuemmerling schwer. Die Feuerwehr verhinderte durch das Sichern bzw. Entfernen losgerissener Dachteile größere Schäden. 1984 mußte die Wehr insgesamt 20 Mal zu Einsätzen ausrücken.

Am 11. Januar 1985 wurde ein Lehrling einer Installationsfirma bei Arbeiten auf der Liegenschaft des Bauunternehmens Lang beim unsachgemäßen Auftauen einer Ölleitung infolge einer Verpuffung getötet. Im Laufe des Jahres wurde die Wehr zu 15 weiteren kleineren Einsätzen alarmiert.

Im Jahr 1986 wurde die Wehr zu insgesamt 28 Einsätzen alarmiert, der größte Einsatz jedoch war erfreulicherweise "nur" eine Übung, die Jahreshauptübung aller Feuerwehren der Verbandsgemeinde auf der Liegenschaft der Firma Hilge in Bodenheim.

1987 wurde die Wehr zu 35 durchweg kleineren Einsätzen gerufen, jedoch stieg dabei die Zahl der "Wespeneinsätze" mit 20 steil an.

Die Generalversammlung am 1988 brachte erhebliche Veränderungen an der Spitze der Wehr: Wehrführer Albert Weber mußte wegen der Vollendung des 60. Lebensjahrs von Gesetzes wegen sein Amt niederlegen; sein Sohn Thomas Weber wurde sein Nachfolger. Neuer Schriftführer als Nachfolger des verabschiedeten Rudolf Lechleitner wurde Arno Gellweiler. Für den langjährigen Zeugwart Peter Arndt übernahm Rainer Kern dessen Arbeit.

Am Nachmittag des 29. Juni 1988 stürzten zwischen Nackenheim und Bodenheim 2 US-Kampfflugzeuge des Typs F-16 ab. Unter Berücksichtigung ihrer Fluggeschwindigkeit von ca. 800 km/h war eine einzige Sekunde entscheidend: Hätte sich die Kollision der beiden Flugzeuge über dem nördlichen Ortsrand von Nackenheim eine Sekunde früher ereignet, hätten die abstürzenden Flugzeuge unweigerlich die Schule in Nackenheim getroffen, eine Sekunde später wären sie in das Gewerbegebiet von Bodenheim gestürzt.
Bei dem Zwischenfall wurde ein Pilot getötet. Der Pilot der zweiten Maschine wurde schwer verletzt in einem angrenzenden Getreidefeld aufgefunden. Die Wehren Bodenheim, Nackenheim und Lörzweiler sowie das TLF 24/50 und der Einsatzleitcontainer der Berufsfeuerwehr Mainz waren eingesetzt.
Der Flugzeugabsturz löste bundesweit erhebliche politische Diskussionen über die Tiefflüge von Militärflugzeugen über bewohnten Gebieten aus. Im Jahr 1988 wurde die Wehr außerdem zu 30 weiteren kleineren Einsätzen alarmiert.

Im Jahr 1989 wurde die Bodenheimer Wehr insgesamt 40 Mal alarmiert. In einer Gartenhütte in der Gemarkung "Kapellengraben" verbrannte am 2. Dezember ein Bodenheimer Bürger.
Die Wehrmänner mußten 20 Mal zu Beseitigung von Wespennestern an solchen Plätzen, an denen die Wespen für Menschen gefährlich werden konnten, ausrücken.

Im Februar und an den ersten Märztagen 1990 tobten heftige Stürme, die zwar in unserer Gemeinde keine besonders großen Schäden anrichteten, jedoch insgesamt 53 (!) Hilfeleistungseinsätze erforderten.
Ein Thema der Generalversammlung war auch im Jahr 1990, wie schon seit Jahren, "das leidige Thema Funk".
Am 6. Mai 1990 leistete die Bodenheimer Wehr ihren Nackenheimer Kameraden Hilfe bei der Bekämpfung eines Großbrandes in einem Fertigwarenlager der Vereinigten Kapselfabriken.
Mit Datum vom 16. 8. 1990 wurde ein Einsatzleitfahrzeug -ELW 1- zugelassen, das die Freiw. Feuerwehr Bodenheim ausschließlich aus Spenden der Fördermitglieder finanzieren konnte.
1990 hat das Computer-Zeitalter auch für die Wehr begonnen.
Rekord: Alle durch die Winterstürme verursachten Einsätze eingerechnet wurde die Wehr in diesem Jahr 96 Mal zur Hilfe gerufen.

Mitte Januar 1991 konnte ein neuer Schlauchwagen -SW 1000- in Dienst gestellt werden.
Im Rahmen der Generalversammlung 1991 trat Wehrführer Thomas Weber von seinem Amt als Wehrführer zurück. Als sein Nachfolger wurde Rainer Hofmann von der Wehr vorgeschlagen und von Wehrleiter Siebenhaar, Ortsbürgermeister Achatz, Bürgermeister Krämer und vom Verbandsgemeinderat bestätigt.
Insgesamt war die Wehr zu 44 Einsätzen gerufen worden.

Genau 2.34 Uhr war es am 1. Januar 1992, als die Wehr zu einem Brand einer Scheue auf dem Grundstück May in die Gaustraße gerufen wurde und be-reits auf der Anfahrt aufgrund des schon von weitem erkennbaren Großbrandes auch die Kameraden aus Nackenheim alarmierte.
30 weitere durchweg kleinere Einsätze folgten in diesem Jahr.

Am 8. Januar 1993 wurden bei einem heftigen Wohnungsbrand in der Kleinen Bahnhofstraße in Bodenheim 3 Personen mit zum Teil schweren Brandverletzungen gerettet.
Anläßlich der Generalversammlung am 17. 1.1993 mußte Paul-Anton Leber sein Amt als stellvertretender Wehrführer wegen Vollendung des 60. Lebensjahres in jüngere Hände abgeben. Erstmals wurden zwei Stellvertreter des Wehrführers bestimmt: Hans Baltes und Matthias May. Mit großer Mehrheit wurde ein Grundsatzbeschluß gefaßt, baldmöglichst auch formell einen Feuerwehr-Förderverein zu gründen.
Nach dem Erwerb des bronzenen und des silbernen Feuerwehrleistungsabzeichens in den Jahren zuvor konnten am 7.3.1993 die Kameraden A. Berg, T. Bernard, T. Darmstadt, A. Haub, R. Hofmann, T. Holdenried, M. May, M. Riebel, C. Siegling und H.-J. Wagner auch das goldene Feuerwehrleistungsabzeichen erwerben.
Erheblichen Sachschaden richtete am 16.11.1993 der Brand des Wohnhauses Veit in der Kapellenstraße an.
Im Jahr 1993 wurde die Unterstützung durch die Wehr insgesamt 57 Mal angefordert.

1994 war ein insgesamt ruhiges Feuerwehr-Jahr.
Bedeutsam für die Zukunft der Wehr, die in den vergangenen Jahren einen bislang in diesem Maß unbekannten Mitgliederrückgang verzeichnen mußte, war die Gründung der Jugendfeuerwehr. Jugendfeuerwehrwart Markus Riebel konnte am 1. September 1994 insgesamt 40 Mädchen und Buben zur Gründungsversammlung begrüßen.
Am 7. Dezember konnten die Kameraden in Weisweil das neue Magirus-Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 abholen.
Auch wenn die Zahl der Einsätze im Jahr 1994 rein statistisch gesehen wieder 56 betrug, muß doch festgestellt werden, daß es sich bei fast der Hälfte dieser Einsätze wiederum um "Wespeneinsätze" handelte.

Das Jahr 1995 begann mit einem Einsatz in Harxheim; der Selbstmord eines Mannes durch Verbrennen konnte leider nicht verhindert werden.
Das neue LF 8/6 wurde vor Beginn der Jahreshauptversammlung am 12. März in Dienst gestellt.
Bei ersten internen Gesprächen zur Vorbereitung des 125jährigen Bestehens der Wehr wurde der mögliche Rahmen des Jubiläums im Jahr 1999 diskutiert.
Insgesamt war 1995 ein Rekordjahr bezüglich der Zahl der Einsätze, nämlich 135! Darunter waren wieder viele sog. Wespeneinsätze zu zählen, aber auch Einsätze zur Beseitigung von Ölspuren; viele davon waren "Drei-Tropfen-Einsätze", zu denen übersensibilisierte Bürger die Feuerwehr alarmierten.

Während der Jahreshauptversammlung 1996 verdeutlichte Bürgermeister Krämer die Notwendigkeit der Beschaffung einer Kraftfahrdrehleiter und wies vereinzelte Kritiker sowohl auf die gesetzliche Vorgabe als auch auf unbedingte Notwendigkeit zur Beschaffung des Geräts zur Menschenrettung und zur Brandbekämpfung hin. Der Wehrleiter kritisierte die mangelnde Bereitschaft der Bevölkerung zur Mitgliedschaft in der Wasserwehr.
Die ersten drei Mitglieder der Jugendwehr wurden in die aktive Wehr übernommen.
Erheblichen Sachschaden verursachte ein Brand im Kuemmerling-Verwaltungsgebäude am vorletzten Tag des Jahres.
81 Einsätze waren in diesem Jahr zu verzeichnen.

Die Jahreshauptversammlung der Wehr 1997 schlug man einstimmig Bürgermeister Krämer vor, Alexander Kirchner und Herbert Brommundt-Scholz zu stellvertretenden Wehrführern zu bestellen.
Im September begannen am Feuerwehrhaus die Bauarbeiten zur Schaffung eines ausreichend großen Stellplatzes für die Kraftfahrdrehleiter.
97 Einsätze verschiedenster Art, aber zum Glück keine größeren, waren auch in diesem Jahr wieder zu verzeichnen.

Im Jahr 1998 waren drei Wohnhausbrände, am 31. August in Nackenheim, am 19. Oktober in Lörzweiler und am 26. November in Bodenheim, von insgesamt 58 Einsätzen der Bodenheimer Wehr besonders zu bemerken.
Der 4. Juli 1998 war für die FF Bodenheim ein bedeutsames Datum: An diesem Tag konnte eine Kraftfahrdrehleiter des Typs DLK 18/12 (Drehleiter mit Korb, 18 Meter nutzbare Höhe bei 12 Meter Ausladung, (Hersteller: Magirus) in den Dienst gestellt werden. Die Feuerwehr wird mit dieser DLK in der gesamten Verbandsgemeinde schneller und sicherer Menschen retten und Brände bekämpfen können. Nachdem sich die DLK bereits kurz nach ihrer Übernahme bei den vorgenannten Einsätzen sehr bewährte, stellten auch die wenigen Kritiker schon nach sehr kurzer Zeit nicht mehr die Frage, ob ein solch teures Gerät (ca. 664.000 DM) notwendig war.

Das Jahr 1998 endete mit einem kleinen Einsatz in Harxheim (Schornsteinbrand, Einsatz der Kraftfahrdrehleiter), das Jahr 1999 begann für die Feuerwehr Bodenheim um 0.50 Uhr mit dem Löschen eines Brandes eines kleineren Kunststoffdaches, das vermutlich durch Feuerwerkskörper in Brand gesetzt worden war. Kurz nach 1.00 Uhr unterstützen Bodenheimer Wehrleute ihre Nackenheimer Kameraden: Sie wurden zu einem schweren Verkehrsunfall am Ortsausgang Bodenheim gerufen, bei dem ein junger Mann getötet wurde.

Die Freiwillige Feuerwehr Bodenheim hatte am 1.4.1999 genau 50 aktive Mitglieder, darunter seit dem vergangenen Jahr zwei Frauen. Die Jugendfeuerwehr hat zur Zeit 27 Mitglieder, 21 Buben und 6 Mädchen.